Hochschulabschluss online gewürdigt

Rektor Prof. Dr. Winfried Lieber (Mitte), sein designierter Nachfolger Prof. Dr. Stephan Trahasch (rechts) und Helmut Schareck, der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förder der Hochschule, führten durch den Abend.
Julia Merettig aus dem Studiengang Angewandte Informatik sprach stellvertretend für die Absolventinnen und Absolventen.

„Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen“, beschrieb Rektor Prof. Dr. Winfried Lieber den Weg zu einem akademischen Abschluss mit einem an die lateinische Redewendung „Per aspera ad astra“ des römischen Philosophen Seneca angelehnten Bild. „Und als sei der Weg nicht ohnehin schon steinig genug, hat die Corona-Pandemie in Ihrem Abschlussjahr Leistungsdruck und psychische Anspannung nochmals deutlich erhöht“, so der Rektor zu den Absolventinnen und Absolventen und schloss mit den Worten: „Hochschulen sind Stätten der Begegnung, der direkten, unmittelbaren Wissensvermittlung und des Austauschs; keine noch so perfekte Online-Vorlesung kann diese wichtige soziale Dimension eines Studiums vollständig ersetzen. Umso mehr können Sie heute stolz darauf sein, Ihr Ziel erreicht zu haben. Ich wünsche Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute!“ Der designierte Rektor Prof. Dr. Stephan Trahasch fügte hinzu: „Ihr Studium war anspruchsvoll und fordernd. Hinzu kam noch die besondere Situation aufgrund der Corona-Pandemie. Sie haben auch diese Herausforderung geschafft und ich bin mir sicher, dass Sie alles, was immer vor Ihnen liegt, auch meistern werden. Nutzen Sie diese Erfahrung, Ihr Wissen und Ihre Talente und gestalten Sie Ihre Zukunft! Auch ich wünsche Ihnen im Namen der Hochschule alles Gute und viel Erfolg auf Ihrem weiteren persönlichen Weg.“

Im weiteren Verlauf blickte Julia Merettig auf ihre ganz eigene Geschichte an „ihrer Hochschule“ zurück. Angefangen vom Berufswunsch „Elektronikingenieur wie der Papa“ über ein kurzes Semester an einer „unpersönlichen und seelenlosen Universität“ sei sie letztlich zum Einstiegssemester startING und dem anschließenden Informatik-Studium an der Hochschule Offenburg gekommen. „Dabei stand vor allem eins in krassem Kontrast zu meiner Uni-Erfahrung: die Professorinnen und Professoren“, erklärte Julia Merettig. Sie habe „ihre“ Professorinnen und Professoren stets als sehr kompetent und immer bemüht, ihre Studierenden weiterzubringen, erlebt. „Auch wenn das bedeutete, dass sie noch eine Extrameile mitgehen mussten, um es noch einmal zu erklären“, sagte die Absolventin lachend. Und auch den Mitarbeitenden, besonders denen im Sekretariat, und ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen dankte die Absolventin für ihren Beistand in jeder Lebenslage.

Dr. Alexander Burdumy, der Leiter des International Centers, ging in seinem Grußwort auf Konstanten und Veränderungen der Internationalisierung ein. Er verglich diese mit der Aufzucht eines Avocado-Baums: Zunächst brauche es sehr viel Geduld, Know How und die richtige Infrastruktur, aber am Ende könne etwas sehr Wertvolles, heiß Begehrtes und gut Bezahltes geerntet werden. In diesem Zusammenhang hob Burdumy die Unterstützungsleistungen des International Centers für Studierende aus dem Ausland und bei Auslandssemestern insbesondere während der Pandemie hervor. Gleichzeitig erwartete er für die Zeit danach eine „Rückkehr zur Präsenzlehre mit zusätzlichen virtuellen Komponenten zur Unterstützung“. Die aktuelle Anpassungsfähigkeit der Studierenden bezeichnete er als „Meisterleistung“, dankte den Internationalen für ihr Studium in Offenburg und gratulierte allen Absolventinnen und Absolventen zum Abschluss.

Zwischen den Reden zeigten Filme Eindrücke aus den Fakultäten. So stellte die Fakultät B+W den Hochschulstandort Gengenbach mit dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ebenso vor wie den Städte-Trail von Studierenden zu Mathematik und Statistik in Hamburg. Die Fakultät Medien präsentierte ihre ganze Bandbreite von der sommerfestähnlichen Werkschau bis zum an der Praxis von Unternehmen orientierten Ideenwettbewerb ThinkNew. Die Fakultät Maschinenbau und Verfahrenstechnik punktete mit der Vielfalt der Einsatzgebiete für M+V-Absolventinnen, der engen Zusammenarbeit mit den Firmen der Region sowie dem Studiengang Biotechnik. Und die Fakultät Elektrotechnik, Medizintechnik und Informatik zeigte ihre interdisziplinären „Highlights“ wie den Schluckspecht, den KI-Studiengang, 3D-Druck für Elektronikbauteile, Autonomes Fahren, Solaranlagen sowie die Roboter Sweaty und Pepper.

Im Gespräch mit Prof. Dr. Winfried Lieber und Prof. Dr. Stephan Trahasch wünschte sich Helmut Schareck, der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Hochschule Offenburg, dass die Absolventinnen und Absolventen auch weiter mit der Hochschule verbunden bleiben mögen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch Einspieler von Auftritten des Hochschulorchesters. Im Anschluss trafen sich die Absolventinnen und Absolventinnen noch in verschiedenen Breakout-Rooms mit Vertreterinnen und Vertretern ihrer jeweiligen Fakultät zu einer internen Verabschiedung.

Statistik

Die vier Fakultäten, die Graduate School und das Institut für Wissenschaftliche Weiterbildung verließen 2020/21 insgesamt 392 Studierende, darunter 116 Frauen. 214 der Absolventinnen und Absolventen stammen aus der Ortenau. Die Studiengänge aus der Fakultät Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen waren mit 153 Absolventinnen und Absolventen die stärksten, gefolgt von den Fakultäten Maschinenbau und Verfahrenstechnik (85), Medien (58) sowie Elektrotechnik, Medizintechnik und Informatik (55). 250 Studierende absolvierten einen Bachelorstudiengang, 142 einen Masterstudiengang, darunter 38 einen internationalen Master der Graduate School. Derzeit studieren 4147 junge Menschen an der Hochschule Offenburg, 1289 davon sind Frauen.