Zeit nehmen und ausprobieren ist wichtig

Die Veranstaltung „talkING“ ist Bestandteil des Kolloquiums Studien- und Berufsorientierung und bietet wichtige Impulse auf dem Weg zum passenden Folgestudium. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Tobias Felhauer, den wissenschaftlichen Leiter von startING, stellten sich die vier Gäste zunächst kurz vor. Nele Röckle und Fabian Schnekenburger gehörten im Sommersemester 2011 zu den 25 ersten Studierenden, die im Orientierungssemester startING ausloteten, welcher Ingenieursstudiengang zu ihnen passt. Nele Röckle absolvierte anschließend ein Medizintechnik-Studium an der Hochschule Offenburg, das sie im Sommersemester 2015 mit dem Bachelor abschloss. In der Folge spezialisierte sie sich auf die Qualitätskontrolle (medizin-)- technischer Produkte. Heute arbeitet sie in der Supplier Quality Control-Abteilung bei Avnet Integrated in Freiburg. Fabian Schnekenburger absolvierte nach startING den Bachelor- und Master-Studiengang Elektrotechnik / Informationstechnik an der Hochschule Offenburg und blieb danach als akademischer Mitarbeiter. Franziska Wülker schloss nach dem Abitur am Offenburger Grimmelshausen-Gymnasium zunächst ein Bachelor- und ein Master-Studium Maschinenbau außerhalb der Ortenau ab. Seither arbeitet sie als Entwicklungsingenieurin bei der Duravit AG in Hornberg. Im Oktober 2020 schaffte sie es bei einem Wettbewerb der US-Weltraumbehörde NASA zur Entwicklung einer Toilette, die sowohl in der Schwerelosigkeit, als auch bei reduzierter Schwerkraft auf dem Mond funktioniert, als einzige nichtamerikanische Teilnehmerin, Einzelperson und weibliche Ingenieurin unter die Top 3. Alexander Rudolph absolvierte vom Wintersemester 2000/01 bis zum Sommersemester 2004 den Diplomstudiengang Industrielle Informationstechnik und Automation an der Hochschule Offenburg. Nach Stationen in der Schweiz und München arbeitet er heute als Head of Customer Service bei der SensoPart Industriesensorik GmbH in Gottenheim. Er engagiert sich schon seit vielen Jahren bei startING – beispielsweise als Referent.

An die Vorstellungen schlossen sich eine von Kai Wissmann moderierte Talk-Runde sowie Breakout-Sessions an. In diesen konnten die startING-Studierende via Chat Fragen an die Gäste stellen beziehungsweise in Kleingruppen mit diesen ins Gespräch kommen. Was sie aus dem Studium mitgenommen hätten, wollten die Zuhörenden wissen. „Im Studium lernt man primär analytisch zu denken und sich in Themen hinein zu fuchsen – die einzelnen Inhalte sind später oft gar nicht mehr so wichtig“, waren sich die Talkgäste einig. Eine andere Frage lautete: „Wie finde ich den passenden Job?“. Die Gäste betonten die Wichtigkeit, sich Zeit zu nehmen und Dinge auszuprobieren. „Nutzt Eure eigene Neugier und Motivation“, „Hört auf das eigene Gefühl“ oder „Macht auch mal etwas nur aus Spaß“, rieten sie. Andere Zuhörende wollten wissen: „Wo und wie bewerbe ich mich?“. Die Referenten ermutigten dazu, sich ruhig auch mal auf Stellen zu bewerben, die nicht so gut klingen, und darauf zu achten, ob die Chemie mit dem Gegenüber stimmt. „Denn viele Stellen klingen auch zu gut“, wussten sie aus eigener Erfahrung. Doch selbst bei einer sehr individuellen Arbeit am PC sei eine funktionierende Zusammenarbeit mit Kollegen sehr wichtig. Zwei weitere Fragen lauteten „Lassen sich Karriere und Familie vereinbaren?“ und „Was ist besser Großunternehmen oder kleiner Familienbetrieb?“. Die Entscheidungen Karriere und/oder Familie beziehungsweise Großunternehmen oder Familienbetrieb bezeichneten die Ehemaligen als sehr persönliche Entscheidungen. Sie empfahlen die Erstellung einer Prioritätenliste zu den Themen „Was ist mir wichtig?“, „Was liegt mir und was stört mich?“, „Wo möchte ich leben?“. „Denn Arbeiten ist eine Sache, aber am Abend sollte man auch irgendwo sein wo es schön ist“, erklärten sie. Am besten sei es, in möglichst viele Firmen hineinzuschnuppern.

In der abschließenden Reflexion gaben die Ehemaligen den Studierenden dann noch einen Tipp mit auf den Weg: „Man muss nicht immer denken, dass man einen Lebensplan braucht, sondern darf sich auch mal treiben lassen – man sollte nur nie aufgeben.“